20 Uns mittlerweile vertraute Begriffe wie Extremtemperaturen und Hitzeinseln machen deutlich, wie sich das Klima verändert hat. Was aber sind die Effekte dieser Entwicklung auf unsere Innenstädte und wie lassen sich die verschiedenen Faktoren vermessen? Unter Beteiligung der Hochschule Schmalkalden ging ein interdisziplinäres Team just dieser Frage nach. Die Vermessung des Klimas. Über Crowdsourcing als Instrument der Meterologie. In den letzten Jahren konnten wir vermehrt ebenso trockene wie heiße Sommermonate erleben, in denen sich unsere Städte zum Teil stark erwärmten. Die Zahl an Tropennächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius fällt, nahm in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr zu: Bis zu dreimal häufiger tritt dieses Phänomen mittlerweile auf. Gerade die stark bebauten, versiegelten Stadtkerne weisen signifikant erhöhte Temperaturen auf und machen offenkundig, wie nützlich Grünflächen, Bäume und Wasserläufe für die Abkühlung dieser Bereiche sind. Zwischen den Zentren und Randlagen der Städte bestehen zugleich markante Temperaturunterschiede, neigen letztere doch deutlich weniger zur Hitzebildung und -konservierung. Diese Abweichungen werden von den üblichen Instrumenten zur Ermittlung der Temperatur nur ungenügend erfasst, findet die Messung doch zumeist zentral an einem Ort statt und deckt so nicht den ganzen Stadtraum ab. Eine Bürgerinitiative in Bamberg nahm die Unterschiede zwischen der statistischen und der wahrgenommenen Temperatur zum Anlass für eine experimentelle Messung: An verschiedenen Stellen der Stadt wurden die Temperaturen über einen Tag stündlich abgetragen und verglichen, wobei sich Abweichungen von bis zu sieben Grad Celsius ergaben. Von der Qualität der Daten Das Phänomen unterschiedlicher Wärmeentwicklung und die Effekte auf die Menschen vor Augen, lässt sich fragen, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, an meteorologische Daten zu kommen, die ein detaillierteres Bild zeichnen. Eine Option, die Datenlage zu erweitern, besteht im Crowdsourcing, bei dem auf verfügbare Quellen von Datenmaterial außerhalb der Standardmessnetze zurückgegriffen wird. Dabei liegt die Herausforderung der Nutzung dieser Quellen darin, die Qualität der Daten und damit die Validität der Messungen gewährleisten zu können: Welche Instrumente eignen sich unter welchen Umständen für die Ermittlung von welchen Daten, wie lassen sich Messfehler vermeiden? Oder anders: Was sind die Bedingungen und Möglichkeiten der Nutzung von Crowdsourcing zur Gewinnung von atmosphärischen Messdaten? Wie lassen sich Fehler in der Messung vermeiden und wie können Programme fehlerhafte oder unsichere Daten aussortieren? Genau diesen Fragen geht einer Gruppe von Forschenden in einem Beitrag für die Fachzeitschrift „Gefahrstoffe. Reinhaltung der Luft“ Hochschule Schmalkalden (HSM) Die Aufgaben der Messinstrumente der Reihe nach: Niederschlagsmenge, Temperatur, Windrichtung und -stärke (per Ultraschall) Anzeige
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